Zaungäste

Heute haben wir noch einen kleinen Nachtrag zum Winter, der inzwischen endlich auch in Oslo vollständig zuende ist. Alljährlich im Spätwinter (und manchmal auch zu anderen Zeiten) verirren sich, sehr zu unserer Freude, Rehe und andere Waldbewohner zu uns in Nordberg. Die Gartenbesitzer sehen das gar nicht so entspannt, denn sie sorgen sich zu Recht um die Knospen ihrer Rosen und Obstbäume, die zur bevorzugten Frühjahrsnahrung der Tiere zählen.

Das Reh stand Anfang Januar vor der Tür, die Elchkuh besuchte Nachbars Obstbäume Anfang April.

Das Reh stand Anfang Januar vor der Tür, die Elchkuh besuchte Nachbars Obstbäume Anfang April.

Nun sind es ja nur ungefähr 700 m bis zum Sognsvann und damit dem Beginn der Nordmarka, einem riesigen Waldgebiet im Norden von Oslo. Dennoch staunte Silvia nicht schlecht über die junge Elchkuh, die wohl im vereisten Frühjahrsschnee nicht mehr genug Nahrung fand und sich deshalb für die Obstbäume unseres Nachbarn interessiert hat.
An sich sind solche Begegnungen hier gar nicht so selten, und gelegentlich gehen sie auch nicht so glimpflich ab. Vor zwei Jahren traf eine Spaziergängerin mit Pudel in unserem Stadtviertel auf offener Straße auf einen Elch. Unglücklicherweise beschloss der (angeleinte!) Pudel, sein Frauchen lautstark verteidigen zu müssen, worauf ihn der Elch mit einem einzigen Fußtritt ins Jenseits beförderte und, ein konsterniertes Frauchen zurücklassend, leicht genervt von dannen zog. Manchmal ist es hier im “wilden Norden” eben richtig gefährlich.

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