Segelflug Saisonstart in Norwegen

Für die Jahreszeit eindeutig zu warm war es im März in Norwegen. Während Norddeutschland mit Schneefall und Sturm einen Rückfall in den tiefsten Winter erlebte, hatten wir hier 10 Grad über Null und Schneeschmelze.Da ist es natürlich kein Wunder dass die Segelflugsaison 2013 in Norwegen bereits eine Woche vor Ostern beginnen konnte, während in Norddeutschland noch kein Flugwetter in Sicht war. Zunächst war allerdings dann doch noch Schneeräumen angesagt, und dazu mussste auch etwas grösseres Räumgerät bewegt werden. Zum Glück hat Notodden eine Flughafenfeuerwehr und die auch einen Bulldozer. Ohne deren Hilfe hätten wir wohl mehrere Wochen geschaufelt…

Die Schneebesen sind in Norwegen etwas größer.

Die Schneebesen sind in Norwegen etwas größer.

So aber war das gesamte Segelfluggelände bereits am Samstag geräumt und betriebsbereit. Wie immer im Frühling haben wir die Kollegen vom Drammen Flyklubb zu Gast, da deren Platz erst ab Mai befliegbar ist. Neben einer äusserst aktiven Jugendgruppe findet sich dann mit Thomas Spatzek auch ein weiterer Deutscher ein der seit vielen Jahren in Norwegen lebt -passenderweise in “Verdens End”, zu Deutsch: “am Ende der Welt”.

Der Flugplatz Notodden hingegen liegt verkehrsgünstig und weisst in diesem Jahr sogar 4 tägliche Linienflüge auf (mit Beech Queen-Air Maschinen!).

Briefing zwischen Schneebergen

Briefing zwischen Schneebergen

Wegen der im Vergleich zu Deutschland deutlich höheren geografischen Breite fängt der Tag hier etwas gemächlicher an. Briefing ist um 11:00, ab ca. 12:00 ist mit Thermik zu rechnen. Dafür wird abends tatsächlich schon bis Sonnenuntergang geflogen.

Die ASK21-MI vom Flyklubb Oslo im Vorflugcheck

Die ASK21-MI vom Flyklubb Oslo im Vorflugcheck

Die Thermik ist wegen der kalten Nächte und der doch schon recht intensiven Sonneneneinstrahlung ab Mittags richtig gut. 4 bis 5 m integriertes Steigen bei Basishöhen über 2000 m und regelmässige Wellenfluglagen mit erreichbaren Höhen bis über 3500 m (mit Sauerstoff) sind an Sonnentagen keine Seltenheit. So kommt es dass in der Osterwoche hier bereits etliche Streckenflüge über 300 km registriert werden können. Der Blick aus dem Cockpit ist dabei spektakulär: Waehrend in den Tälern bereits die ersten grünen Löcher in der Schneedecke auftauchen und die Seen aufzutauen beginnen herrscht auf den Fjellgebieten noch tiefster Winter. Dort sind die Seen in dieser Jahreszeit und bis weit in den Mai hinein noch dick zugefroren und damit die sichersten (bzw einzigen) Aussenlandemöglichkeiten. Gelegentlich, vor allem über Ostern, erspäht man kleine Gruppen von Winterwanderern auf Skiern, die sich mitten in der Einöde ihren Weg bahnen, ansonsten nur gleissenden Schnee und Gletscher bis zum Horizont.

Im Folgenden nehmen wir Euch mit auf einen Segelflug ins Lifjell, unserem Hausgebiet. Auf OLC gibt es eine Karte zum Flug, bei dem Stefan als Copilot und Fotograf agierte.

Die Bilder in der Galerie entstanden am Ostermontag auf einem 4-stündigen Flug mit einer ASK21 (nicht die MI) bei Blauthermik, mit Arbeitshöhen zwischen 1200 und 2000 m. In diesen Höhen ist es dann allerdings richtig kalt und Daunenkleidung sowie wirklich warme Socken und Stiefel sehr angesagt. Die Gefahr erfrorener Zehen ist sonst sehr real.

Nach über 4 Stunden Flugzeit waren wir entsprechend hungrig und durstig. Da gibt es dann allerdings doch noch eine kleine jahreszeitlich bedingte Einschränkung: Der Grillplatz im Segelflugzentrum ist noch nicht wirklich einsatzfähig, und das Bier in der “Oase” (ein Chinarestaurant in Flugplatznähe) natürlich “Norwegisch teuer”! Und so sehnt man sich dann doch noch ab und zu auf die Terrasse in Lemwerder zurück…

Clubzentrum mit Grillplatz (der mit der Schneemütze), im Maerz noch inop. In den Häusern können auch Gäste übernachten...

Clubzentrum mit Grillplatz (der mit der Schneemütze), im Maerz noch inop. In den Häusern können auch Gäste übernachten…

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